{"id":304,"date":"2013-09-16T10:01:51","date_gmt":"2013-09-16T08:01:51","guid":{"rendered":"http:\/\/www.jugend-bewegt-europa.de\/cms2\/?page_id=304"},"modified":"2013-09-16T10:08:05","modified_gmt":"2013-09-16T08:08:05","slug":"amerika-vor-der-wahl-wohin-mit-europa","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/www.jugend-bewegt-europa.de\/cms2\/diskussionsveranstaltungen\/amerika-vor-der-wahl-wohin-mit-europa\/","title":{"rendered":"&#8222;Amerika vor der Wahl &#8211; wohin mit Europa?&#8220;"},"content":{"rendered":"<h1>Podiumsdiskussion &#8222;Amerika vor der Wahl &#8211; wohin mit Europa?&#8220;<\/h1>\n<p>Welche Bilanz kann Europa nach der ersten Pr\u00e4sidentschaft George W. Bushs ziehen? Was hat Europa von John Kerry zu erwarten? Ist Europa wegen des Irak-Kriegs dauerhaft in ein altes und neues Europa gespalten? Wie werden sich die Beziehungen zwischen der EU und den USA entwickeln?<\/p>\n<p>Dies waren die zentralen Fragen einer Podiumsdiskussion am 28.10.2004 in den R\u00e4umlichkeiten der Vetretung der Europ\u00e4ischen Kommission in Berlin zur Sprache kamen. Die Veranstaltung war eine Kooperation von Jugend bewegt Europa und der JEB-BB.<\/p>\n<p>Als Gespr\u00e4chspartner auf dem Podium nahmen teil:<\/p>\n<ul>\n<li><span>John Kornblum, US-Botschafter a.D.<\/span><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.ruprecht-polenz.de\/\" target=\"_blank\">Ruprecht Polenz<\/a>, Mitglied des Bundestages und ehem. Generalsekret\u00e4r der CDU<\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.dgap.org\/fi\/mitarbeiter\/kallmorgen.html\" target=\"_blank\">Jan-Friedrich Kallmorgen<\/a>, Politikberater<\/li>\n<\/ul>\n<p>Moderation: <a href=\"mailto:s.haetscher@jugend-bewegt-europa.de\">Sven H\u00e4tscher<\/a>\u00a0(Jugend bewegt Europa) und Jens Jenssen (<a href=\"http:\/\/www.junge-europaeische-bewegung.de\/\" target=\"_blank\">Junge Europ\u00e4ische Bewegung<\/a>)<\/p>\n<p align=\"left\"><span>Ex-Botschafter Kornblum: &#8222;Kerry w\u00fcrde nur drei Monate f\u00fcr ein good feeling sorgen.&#8220;<\/span><\/p>\n<p>von <a href=\"mailto:j.goessmann@jugend-bewegt-europa.de\">Jochen G\u00f6\u00dfmann<\/a><\/p>\n<p align=\"justify\">Spannende Diskussion bei &#8222;Jugend bewegt Europa&#8220; und bei der &#8222;Jungen Europ\u00e4ischen Bewegung&#8220;. John Kornblum, Ex-Botschafter der USA in Deutschland, Bundestagsabgeordneter Ruprecht Polenz (CDU) und Politikberater Jan-Friedrich Kallmorgen diskutierten \u00fcber die Zukunft der transatlantischen Beziehungen. Gro\u00dfes Interesse nur wenige Tage vor den Wahlen in den USA: \u00dcber 120 G\u00e4ste in der Vertretung der Europ\u00e4ischen Kommission am Brandenburger Tor lie\u00dfen den Saal (83 Sitzpl\u00e4tze) aus allen N\u00e4hten platzen.<\/p>\n<p align=\"justify\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" title=\"Sven H\u00e4tscher, John Kornblum, J.-F. Kallmorgen, Ruprecht Polenz, Jens Jennsen (vl.)\" alt=\"Sven H\u00e4tscher, John Kornblum, J.-F. Kallmorgen, Ruprecht Polenz, Jens Jennsen (vl.)\" src=\"http:\/\/www.jugend-bewegt-europa.de\/cms\/images\/stories\/Diskussion\/usa2.jpg\" width=\"200\" height=\"133\" align=\"right\" border=\"0\" hspace=\"10\" vspace=\"5\" \/>F\u00fcnf Tage vor den amerikanischen Pr\u00e4sidentschaftswahlen lieferten sich Kornblum und Polenz zeitweise kontroverse Debatten. Titel der Diskussion: &#8222;Die USA vor den Wahlen &#8211; wo bleibt Europa?&#8220; Sven H\u00e4tscher (Jugend bewegt Europa) und Jens Jenssen (JEB) f\u00fchrten durch die Diskussion. Die dreist\u00fcndige Veranstaltung endete mit interessanten Smalltalks bei Wein, Saft, Wasser und Brezeln.<\/p>\n<p>Offen und unverbl\u00fcmt st\u00e4nkerte Kornblum \u00fcber die Handlungsunf\u00e4higkeit Europas in der Au\u00dfenpolitik: &#8222;Europ\u00e4ische Ideen haben fast nie zu praktischen Fortschritten gef\u00fchrt&#8220;, sagte der Ex-Botschafter. &#8222;Die Vorstellung, Europa k\u00f6nne die Welt durch soft powers regieren, ist nicht realistisch.&#8220;<\/p>\n<p>Dies wollte Polenz so nicht stehen lassen: &#8222;Die neuen Mitglieder der EU haben einen weitgehend gelungenen Transformations-Prozess hinter sich. Das stabile Nation-Building in Europa ist ein Erfolg der westeurop\u00e4ischen Europ\u00e4ischen Union.&#8220;<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" title=\"Die Veranstaltung war sehr gut besucht\" alt=\"Die Veranstaltung war sehr gut besucht\" src=\"http:\/\/www.jugend-bewegt-europa.de\/cms\/images\/stories\/Diskussion\/usa3.jpg\" width=\"180\" height=\"120\" align=\"left\" border=\"0\" hspace=\"10\" vspace=\"5\" \/>Zudem hob Polenz die Rolle der europ\u00e4ischen Armeen beim Afghanistan- und Kosovo-Einsatz hervor: &#8222;In Afghanistan stellt Deutschland die meisten Truppen. Wir sind dabei, die Krisenregion Balkan zu stabilisieren. Kroatien ist dank der Perspektive einer EU-Mitgliedschaft auf einem guten Weg.&#8220;<\/p>\n<p>Dazu Kornblum: &#8222;Der Balkan ist von uns aufgebaut worden. Nicht mal die urspr\u00fcnglichen sechs EU-Mitglieder sind in der Lage, gemeinsam Politik zu machen.&#8220; Kornblums wichtigste Erkenntnis: &#8222;Die Anwendung der soft powers in der Au\u00dfenpolitik der EU konnte nur in Verbindung mit den amerikanischen hard powers erfolgreich sein. Au\u00dfenpolitik muss teilweise immer mit milit\u00e4rischen Mitteln gemacht werden.&#8220;<\/p>\n<p>Hoffnungen auf einen sp\u00fcrbaren Wandel in der US-Au\u00dfenpolitik im Falle eines Wahlsieges der Demokraten machte Kornblum zunichte: &#8222;Wenn Kerry gewinnt, wird Europa drei Monate lang eine Phase des good feeling erleben. Danach kommen die harten Fragen auf die Tagesordnung. Die Herausforderungen und L\u00f6sungswege werden sich unter Kerry nicht \u00e4ndern. Er wird die Antworten allenfalls h\u00f6flicher formulieren.&#8220;<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" title=\"Foyergespr\u00e4che bei einem Glas Wein im Anschluss\" alt=\"Foyergespr\u00e4che bei einem Glas Wein im Anschluss\" src=\"http:\/\/www.jugend-bewegt-europa.de\/cms\/images\/stories\/Diskussion\/usa4.jpg\" width=\"190\" height=\"143\" align=\"right\" border=\"0\" hspace=\"10\" vspace=\"5\" \/>Unabh\u00e4ngig vom Ausgang der Wahlen sprach sich Polenz f\u00fcr die Unterst\u00fctzung der USA beim Wiederaufbau im Irak ein: &#8222;Ich kenne dieses Gef\u00fchl und die Denkweise der Deutschen: Wir haben die USA gewarnt, wir haben nicht mitgemacht und jetzt sollen die Amerikaner ihre Suppe alleine ausl\u00f6ffeln. Dieses Gef\u00fchl ist genauso verst\u00e4ndlich wie falsch.&#8220; Der ehemalige Generalsekret\u00e4r der CDU wies auf viele positive Aufbau-Signale im Irak hin, denen die Medien nicht sehr viel Aufmerksamkeit schenkten. &#8222;F\u00fcr eine Allianz gilt das Gleiche wie f\u00fcr&#8217;s Private. Wenn ein Freund in der Patsche sitzt, hilft man ihm&#8220;, sagte Polenz.<\/p>\n<p>Kornblum verglich die Nahost-Problematik der Gegenwart mit der Konfrontation mit der Sowjetunion im Kalten Krieg: &#8222;Wir haben erfolgreiche Strategien entwickelt, um den sowjetischen Kommunismus zu besiegen. Jetzt brauchen wir Strategien, um Demokratien im Nahen Osten zu etablieren. Dieser Prozess wird genauso lange dauern wie der Kalte Krieg, denn zun\u00e4chst m\u00fcssen sich Mentalit\u00e4ten \u00e4ndern. F\u00fcr Freiheit und Wohlstand zu sorgen, ist gleichzeitig ein idealistisches und pragmatisches Ziel.&#8220;<\/p>\n<p>Kornblum sprach sich f\u00fcr einen Beitritt der T\u00fcrkei zur Europ\u00e4ischen Union aus und hatte f\u00fcr die Europ\u00e4er sogar noch ein Kompliment parat: &#8222;Ein Beitritt der T\u00fcrkei w\u00e4re nat\u00fcrlich sehr schwierig f\u00fcr die EU&#8220;, sagte Kornblum. &#8222;Bislang hat die EU die Diskussion sehr gut gehandhabt, denn die T\u00fcrkei hat bereits verstanden, dass das nicht \u00fcber Nacht geht.&#8220;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Podiumsdiskussion &#8222;Amerika vor der Wahl &#8211; wohin mit Europa?&#8220; Welche Bilanz kann Europa nach der ersten Pr\u00e4sidentschaft George W. Bushs ziehen? Was hat Europa von John Kerry zu erwarten? Ist Europa wegen des Irak-Kriegs dauerhaft in ein altes und neues Europa gespalten? Wie werden sich die Beziehungen zwischen der EU und den USA entwickeln? 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