{"id":336,"date":"2013-09-16T10:48:01","date_gmt":"2013-09-16T08:48:01","guid":{"rendered":"http:\/\/www.jugend-bewegt-europa.de\/cms2\/?page_id=336"},"modified":"2013-09-16T10:53:46","modified_gmt":"2013-09-16T08:53:46","slug":"beschreibung-und-bewertung","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/www.jugend-bewegt-europa.de\/cms2\/projekte\/2003-2\/referendum-03\/beschreibung-und-bewertung\/","title":{"rendered":"Beschreibung und Bewertung"},"content":{"rendered":"<h1><strong>Beschreibung und Bewertung<\/strong><\/h1>\n<h2>Teilnehmer<\/h2>\n<p>An der Jugendbegegnung nahmen 14 deutsche und acht polnische Studenten teil. Es handelte sich vor allem um Studierende der F\u00e4cher Politikwissenschaft, Germanistik, BWL, Anglistik und Geschichte. Die Teilnehmer wurden mit Hilfe von Aush\u00e4ngen an Berliner und Warschauer Universit\u00e4ten, von Mailinglisten mit Osteuropabezug, der Vorstellung des Projekts in Seminaren an der FU Berlin, Presseartikel und durch m\u00fcndliche Verbreitung im Freundeskreis geworben.<\/p>\n<h2>Ziele und Erwartungen<\/h2>\n<p>Durch die Jugendbegegnung &#8222;referendum.03&#8220; sollten vor allem Kenntnisse \u00fcber die Geschichte, das politische System und kulturelle Besonderheiten Polens und Deutschlands im Vergleich sowie Informationen \u00fcber den europ\u00e4ischen Einigungsprozess vermittelt werden. Im Hinblick auf die Osterweiterung der EU sollte eine Diskussion \u00fcber die gemeinsame Zukunft in einem vereinigten Europa angesto\u00dfen und den Teilnehmern ein Anreiz geboten werden, sich n\u00e4her mit der EU zu besch\u00e4ftigen.<\/p>\n<p>Diese Auseinandersetzung mit den deutsch-polnischen Beziehungen sollte durch das Kn\u00fcpfen von Kontakten zwischen deutschen und polnischen Studenten unterf\u00fcttert werden, da so das theoretische Wissen in der Praxis \u00fcberpr\u00fcft und umgesetzt werden konnte.<\/p>\n<p>Im Sinne der Ziele des Vereins Jugend bewegt Europa e.V. sollte durch das Projekt der europ\u00e4ische Einigungsprozess auf B\u00fcrgerebene unterst\u00fctzt und so ein Beitrag zur Bildung einer gemeinsamen europ\u00e4ischen Identit\u00e4t geleistet werden.<\/p>\n<p>Bei einer Befragung der Teilnehmer im Rahmen eines Vorbereitungsseminars zu ihren Erwartungen bez\u00fcglich der Fahrt wurde insbesondere der Wunsch nach n\u00e4heren Kontakten zu Polen ge\u00e4u\u00dfert. Themen, die die Teilnehmer vor allem interessierten, waren die Stimmung vor und nach dem Referendum, die zivilgesellschaftlichen Strukturen in Polen und die Vorstellungen \u00fcber eine gemeinsame Zukunft in der Europ\u00e4ischen Union.<\/p>\n<h2>Gegenstand und Methoden<\/h2>\n<p>Im Zentrum des Projekts stand die Frage der Entwicklung der deutsch-polnischen Beziehungen in der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft in Verbindung mit dem europ\u00e4ischen Integrationsprozess. Als Anlass f\u00fcr diese Fragestellung bot sich das Referendum an, da dieser Volksentscheid eine wichtige Rolle in der Entwicklung Polens sowie Deutschlands und der EU spielt. Im Vorfeld hatte es harte Auseinandersetzungen gegeben zwischen EU-Bef\u00fcrwortern und Gegnern und diese Diskussion zeigte viele noch ungel\u00f6ste Fragen, auch in Bezug auf das deutsch-polnische Verh\u00e4ltnis, die teilweise historisch bedingt sind. Gleichzeitig markiert das Referendum, besonders durch seinen positiven Ausgang, auch einen Wendepunkt in der deutsch-polnischen Geschichte. Erstmals sind die beiden Staaten gleichberechtigt in einem Staatenbund vertreten.<\/p>\n<p>Zur Ann\u00e4herung an diese Thematik w\u00e4hlten wir vor allem Gespr\u00e4che mit Experten aus der Politik und Personen des \u00f6ffentlichen Lebens. Des weiteren sollte ein Planspiel Diskussionsprozesse zwischen deutschen und polnischen Teilnehmern ansto\u00dfen. Dadurch dass die polnischen Studenten uns ihre Stadt aus ihrer Perspektive zeigen und wir gemeinsam Freizeitaktivit\u00e4ten organisieren, sollte den Teilnehmern die jeweils andere Kultur n\u00e4her gebracht und erfahrbar gemacht werden.<\/p>\n<h2>Vorbereitung des Projekts<\/h2>\n<p>Die Organisatoren des Projekts haben vom 08. bis 19. Mai 2002 eine europ\u00e4ische Jugendbegegnung in Warschau, Berlin und Br\u00fcssel durchgef\u00fchrt. Die Begegnung wurde ausgewertet und die Ergebnisse bei der Planung des Projekts &#8222;referendum.03&#8220; ber\u00fccksichtigt. Der Erfahrungsbericht zu &#8222;Jugend bewegt Europa &#8211; Warszawa-Berlin-Bruxelles&#8220; ist im Internet unter www.jugend-bewegt-europa.de abrufbar. Zur Fortsetzung der mit dieser Begegnung begonnenen Arbeit und der institutionellen Absicherung nachfolgender Projekte wurde am 17. M\u00e4rz 2003 der Verein Jugend bewegt Europa e.V. ins Leben gerufen. Dieser Verein bildet die institutionelle Basis des Projekts. Auf deutscher und polnischer Seite gibt es ein Organisationsteam von jeweils drei Personen.<\/p>\n<p>Am 17. und 25. Mai 2003 fanden jeweils ganzt\u00e4gig die Vorbereitungsseminare f\u00fcr die deutschen Teilnehmer der Fahrt in Berlin statt. Beim ersten Termin gab es eine Kennenlernrunde, es wurden die organisatorischen Einzelheiten erl\u00e4utert sowie die vierteilige Dokumentation &#8222;Deutsche und Polen&#8220; des ORB gezeigt. Daraus ergab sich eine spannende und angeregte Diskussion zur Frage des unterschiedlichen Umgangs mit Geschichte in Deutschland und Polen. Wir stellten fest, dass f\u00fcr die Polen andere geschichtliche Ereignisse wichtig sind, als f\u00fcr uns. W\u00e4hrend sich die deutsche Geschichtsbetrachtung sich auf das 20. Jahrhundert konzentriert, bilden in Polen mittelalterliche Ereignisse sowie die Teilungen des Landes im 19. Jahrhundert zentrale Punkte der Geschichte. Beim zweiten Treffen wurde das Planspiel &#8222;Europa neu gestalten&#8220;, das den Prozess der EU-Osterweiterung simuliert, durchgespielt.<\/p>\n<h2>Durchf\u00fchrung<\/h2>\n<p>Die deutsche Gruppe war in einem einfachen Hotel mit guter Busanbindung an das Stadtzentrum untergebracht. Die Polen \u00fcbernachteten bei sich zu Hause.<\/p>\n<p>Das Programm sollte eine ausgewogene Mischung aus offiziellen Terminen, gemeinsamen Freizeitaktivit\u00e4ten und Raum f\u00fcr Diskussionen und eigene Entdeckungen bieten. In Gespr\u00e4chen mit dem Leiter des Informationsb\u00fcros des Sejm, dem Wirtschaftsattach\u00e9s der Deutschen Botschaft in Warschau, dem Projektleiter f\u00fcr die Kampagne zum Referendum der polnischen Robert-Schumann-Stiftung, dem Leiter des EU-Informationsb\u00fcros in Lublin sowie einem deutschen in Warschau lebendem Kabarettisten informierten wir uns z.B. \u00fcber Unterschiede in den politischen Systemen und deren historischen Wurzeln, \u00fcber die Entwicklung der wirtschaftlichen Beziehungen, \u00fcber die Kampagne der polnischen Regierung zur Information \u00fcber die EU und \u00fcber Vorurteile und Stereotypen in den Vorstellungen vom jeweiligen Nachbarn.<\/p>\n<p>In F\u00fchrungen durch die Altstadt von Warschau, das rekonstruierte Stadtschloss, den Lazienki-Park, die die polnischen Teilnehmer durchf\u00fchrten, durch das Geb\u00e4ude von Sejm und Senat, sowie durch einen Besuch in der Ausstellung des j\u00fcdischen Instituts, eine F\u00fchrung durch das ehemalige j\u00fcdische Ghetto von Warschau und den Film &#8222;Der Pianist&#8220; vertieften wir unsere Kenntnisse \u00fcber die polnische Geschichte.<\/p>\n<p>Bei gemeinsamen Freizeitaktivit\u00e4ten wie einem Picknick in einem Naherholungsgebiet nahe Warschau, einer Party der Robert-Schumann-Stiftung am Abend des letzten Referendums-Tages oder einem Bowlingturnier konnten die deutschen und polnischen Teilnehmer einander n\u00e4her kennen lernen und es entstanden interessante Diskussionen \u00fcber Unterschiede zwischen Deutschen und Polen. Ein zentraler Programmpunkt war au\u00dferdem das Planspiel &#8222;Europa neu gestalten&#8220;. N\u00e4here Erl\u00e4uterungen einzelner Programmpunkte finden Sie in dem angeh\u00e4ngten Reisetagebuch.<\/p>\n<h2>Nachbereitung<\/h2>\n<p>Kurz vor der Abfahrt der deutschen Teilnehmer fand ein Auswertungsgespr\u00e4ch mit der gesamten Gruppe statt. Dabei zeigten sich alle Teilnehmer sehr zufrieden mit der Begegnung. Am 05. Juli fand ein Nachbereitungstreffen zum Foto- und Erinnerungsaustausch in Berlin statt. Zusammen mit zwei Teilnehmern der Fahrt wurde dieser Abschlussbericht erstellt. Die Begegnung wird auf der Homepage des Vereins www.jugend-bewegt-europa.de dokumentiert.<\/p>\n<h2>Ergebnisse, Beobachtungen und Erfahrungen<\/h2>\n<p>Neben einigen Programmpunkten wie der Referendumsparty der Robert-Schumann-Stiftung oder das Treffen mit Steffen M\u00f6ller hoben die Teilnehmer in der Auswertung vor allem den guten Kontakt zu den polnischen Teilnehmern hervor. Die Verst\u00e4ndigung mit der polnischen Gruppe funktionierte hervorragend und beide Seiten haben von fruchtbaren Diskussionen untereinander profitiert. Das Ziel, das theoretische Wissen \u00fcber Polen durch pers\u00f6nliche Kontakte erfahrbarer zu machen, wurde durch die Begegnung voll und ganz erreicht.<\/p>\n<p>Auffallend war jedoch, dass in den Diskussionen vor allem die deutsch-polnischen Beziehungen und der unterschiedliche Umgang mit Geschichte sowie die aktuelle deutsche und polnische Au\u00dfenpolitik thematisiert wurden und das Thema EU-Osterweiterung nicht so umstritten war, wie wir als Organisatoren angenommen hatten. Als m\u00f6gliche Begr\u00fcndung hierf\u00fcr lie\u00dfe sich anf\u00fchren, dass das Referendum den Abschluss eines Diskussionsprozesses bildetet. Die Argumente f\u00fcr oder gegen diese Entwicklung waren allen bekannt und die Frage bot nicht mehr genug Z\u00fcndstoff, bzw. wird von anderen Themen wie z.B. der polnischen und der deutschen Au\u00dferpolitik in den letzten Monaten \u00fcberlagert. Es bleibt jedoch abzuwarten, ob das Thema der Osterweiterung nicht wieder aktuell wird, wenn der Prozess weiter vorangeschritten ist.<\/p>\n<p>Einige deutsche Teilnehmer bedauerten die mangelnden polnischen Sprachkenntnisse. Es war auff\u00e4llig, dass die Polen fast flie\u00dfend Deutsch sprachen, w\u00e4hrend wir nur wenige Vokabeln beherrschten. Diese Tatsache verdeutlicht das Ungleichgewicht in den deutsch-polnischen Beziehungen. Viele Polen schauen nach Westen, nach Deutschland, aber nur wenige Deutsche interessieren sich f\u00fcr unseren \u00f6stlichen Nachbarn. Es hat sich erwiesen, dass durch Sprachkenntnisse eine Kultur und Gesellschaft viel besser und unmittelbarer erfahrbar wird. Die Lekt\u00fcre der polnischen Tageszeitungen an den Referendumstagen und kurz danach w\u00e4re beispielsweise eine spannende Bereicherung der Fahrt gewesen. Das Projekt hat also dazu beigetragen, dass pers\u00f6nliche Kontakte zwischen deutschen und polnischen Studenten gekn\u00fcpft wurden und dass wir viele neue Erkenntnisse \u00fcber Warschau und Polen gewonnen haben. Es w\u00e4re dar\u00fcber nachzudenken, welche Themen im Zusammenhang mit der EU die Diskussionen der n\u00e4chsten Jahre bestimmen werden.<\/p>\n<h2>\u00d6ffentlichkeitsarbeit<\/h2>\n<p>Der vorliegende Abschlussbericht wird an F\u00f6rderer, Unterst\u00fctzer und Interessierte des Vereins weitergegeben. Die Arbeit des Vereins wird fortgesetzt und ausgeweitet. &#8222;referendum.03&#8220; wird dabei als Referenzprojekt vorgestellt. Beispielsweise nutzen wir Podiumsdiskussionen und Vortr\u00e4ge anderer Institutionen in Berlin zum Kn\u00fcpfen und Pflegen von Kontakten. Die Fahrt wird des weiteren auf der Homepage des Vereins dokumentiert.<\/p>\n<h2>Perspektiven<\/h2>\n<p>Die meisten Teilnehmer von &#8222;referendum.03&#8220; zeigten sich sehr interessiert an einem weiteren Engagement f\u00fcr \u00e4hnliche Projekte im Rahmen des Vereins Jugend bewegt Europa e.V. Der Verein bietet Interessierten in regelm\u00e4\u00dfigen Abst\u00e4nden den Besuch von Veranstaltungen mit europa-politischem und osteurop\u00e4ischem Bezug in Berlin an, wie z.B. eine F\u00fchrung durch die Ausstellung &#8222;Idee Europa&#8220; im Deutschen Historischen Museum Berlin oder eine Fahrt zum Europa-Garten nach Frankfurt\/Oder. Den Polen gegen\u00fcber wurde eine Einladung nach Berlin f\u00fcr den Mai 2004 zum offiziellen Beitrittstermin ausgesprochen. Es ist angedacht zu diesem Anlass ein europ\u00e4isches Jugendcamp in der Umgebung von Berlin zu veranstalten. Die Konzeption dieses Vorhabens wird in den n\u00e4chsten Monaten in Angriff genommen. Desweiteren kooperiert Jugend bewegt Europa mit der young.euro.connect-Konferenz, die im Februar in Berlin stattfinden soll und bei der Jugendliche aus ganz Europa ihre Ideen zur Zukunft Europas diskutieren werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Beschreibung und Bewertung Teilnehmer An der Jugendbegegnung nahmen 14 deutsche und acht polnische Studenten teil. Es handelte sich vor allem um Studierende der F\u00e4cher Politikwissenschaft, Germanistik, BWL, Anglistik und Geschichte. 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